Thomas C. Guggenheim, Verleger und Autor

Fasnacht 2011_01

Fasnacht 2011

(Die Verse sind zur besseren Lesbarkeit vorwiegend schriftdeutsch)

Güggus Motto an der Fasnacht 2011:

„Der Güggu chräit (kräht) ou dasjahr ar Fasnacht wieder.
Er macht syni Värsli und singt ging noch keine Lieder.“
1.
Da hat doch der Schtapi versprochen,
auf der kleinen Schanz eine Beach zu lochen.
Es gab darauf ein grosses Geplärr:
Die Feuerwehr zum Beispiel braucht das dort vorhandene Wasser sehr.
Oh jemine, oh jemine.
Eine Beach ohne Wasser? Das tut weh!
2.
Oh Egelsee, oh Egelsee,
es tut mir in der Seele weh.
Dass unsere Kinder dürsten,
weil sie auf dem Seeli nicht Schlittschuhlaufen dürfen.
Ich habe den Schtapi auf dem Bundesplatz Schlittschuh fahrend getroffen.
Auf dem Seeli wäre der im Eis eingebrochen und glatt ersoffen.
3.
Eine besondere Art von Steinpilzen wachsen angeblich zur Weihnachtszeit
unter einer riesigen Tanne auf dem Bundesplatz, Gneispilze, fingerbreit.
Barbara Hayoz ist jalous auf den Tschäppu, denn sie wollte für ihre Bären
im schönen Park neue hohe Bäume; man tat sie ihr verwehren.
Hayoz ist zu bedauern. Ihr fehlen auch für einen Lift einmal mehr die Moneten.
Was ist zu tun? Auf den Gassen zu betteln oder vor dem Insbettgehen zu beten?
4.
Vier Fraue heis säge, we si es so wei, im Bundesrat,
doch werde sy bremst vo dene im Europarat.
Die wei alli Vermöge, wo Nichtschwyzer by üse Banke hei, wüsse.
Üse lieb Bundesrat und d‘Nationalbank werde derby bschisse.
Wie gäng schlöh d’Schwobe gäge d‘Schwyz die grossi, grobi Chelle.
Drum liebe und bruche sie im Grosse Kanton e Westerwelle!
5.
Eine grosse Lüge flatterte durch das Schweizerland.
Sie kam ins Bundeshaus, wo sie in Hans Merz ein geeignetes Opfer fand: 
Sie schlüpfte in sein Gehirn, was beim Magistraten einen Lachanfall auslöste.
Er weckte auch damit jeden Parlamentarier, der einfach nur vor sich hin döste.
U we dir das Gschichtli vo der Lugi u vom lachende Magistrat nid weit gloube,
de fraget doch d’Boniempfänger by de Banke, wo üs „legal“ beraube.
6.
Dem iranischen Diktator Ahmedinedjan hat Micheline Calmy Rey
ihre Ponyfrisur für alle Frauen des Landes empfohlen als Arznei.
Die coolen Frauen verzichten auf das Kopftuch, geraten in Ekstase,
wenn die Haare decken sogar die Nase.
Und es spricht der alte Weise: Liebe Micheline Calmy Rey.
Was immer du wo tust, ich bin dabei.
7.
Bundesrat Didier Burkhalter will Förderungsbeiträge an die Bergbauern streichen.
Zu dieser Absicht machen wir ein Fragezeichen.
Badewanne und ein anständiges Klo vermissen schon jetzt die Bergfrauen.
Darum werden sie vermutlich in die Ebene hinunter abhauen.
Da denkt der Didier: Wozu brauchen die Bergbauern echte Frauen?
Sie könnten doch ein Sennetuntschi mieten oder sogar klauen.
8.
Der Ueli Maurer leidet an einem defekten Fuss.
Beim Skifahren hüpfte er wie ein Hase, doch war er kein Hasenfuss.
Er wäre besser bei seinem geliebten Drahtesel geblieben,
Den weiss er zu bändigen, nach seinem Belieben.
Jetzt hatten die Zeitungen wieder etwas über ihn zu schreiben.
Weil sie sonst nichts Gscheites zu sagen wissen, diese dummen Cheiben.
9.
Doris Leuthard adrett, schlank und voller Scharm
hett e bundesrätlichi Idee gebore, mir alli rüefe: dass üs Gott erbarm.
Zämerücke i der Stadt bis mir so richtig einand auf d’Füess tüe tschalpe.
D’Billett fürs fahre mit der Bahn massiv erhöhe. Ou für d’Seilbahne i de Alpe!
We das so wytergeit wandere richi Schwyzer us, viellecht uf d‘Caiman Insle.
De sölle halt d’Usländer blybe, aber bitte nüm i de Laube brünsle.
10.
Da ist kein Fressen mehr für die Presse, im Gegenteil, sie muss jammern.
Die Journaille von Blick, Weltwoche hat niemand, an den sie sich kann klammern.
Dafür werden die Gebühren von Radio und Fernsehen massiv erhöht.
Trauer herrscht und nicht Freude darüber, die Betroffenen sind empört.
Superobjekte wie Merz und Leuenberger gehen verloren.
Neue Witzfiguren von ihrem Kaliber sind noch nicht geboren.
11.
Christoph Blocher könnte sein ein toller Typ,
man müsste jedoch ihm geben einen Tip.
Herr Abgewählter, Sie haben leider keinen Humor.
Viele mögen Sie nicht leiden, einen armen fantasielosen Tor.
Kommt er im Herbst wieder oder nicht?
Wetten werden geschlossen. Merke: Blocher bleibt ein Schwergewicht.
12.
Zin al-Abidine Ben Ali, Hosni Mubarak und Muammar al-Ghadhafi
haben ihre Moneten versteckt.
Bei uns, in der Schweiz. Das wäre ein Seich, gopfertelli und verreckt!
Der Bundesrat will den Schatz helfen suchen,
damit niemand über die Schweiz als Hehlerin kann fluchen.
Wenn unsere Politiker grosse Worte würden meiden, um nachzudenken,
könnten sie vielleicht manchen Seich besser einrenken.
13.
Ist das nicht ein schöner Morgen?
Verspricht ein Täglein ohne Sorgen!
Um es zu geniessen, wollen Geld wir uns besorgen
und bei der grossen UBS es borgen.
Wenn sie keines mehr hat,
dann, oh dann walzen wir sie platt!