Thomas C. Guggenheim, Verleger und Autor

Fasnacht 2012

Fasnacht 2012 Verse und Geistesblitze

(Altes und Neues gemischt)
Sy hei der Güggu wölle mache z’schwyge. Doch oha lätz!
Da hei sy d’Finger verbrönnt! Der Güggu chräit u gheit nid i Lätsch (Falle, Schlinge).

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Wer nichts wird,
wird Wirt.
Und ist ihm dies misslungen,
dann macht er in Versicherungen.
Und ist ihm dieses auch verreckt,
dann wird er Architekt.
Und baut er nur noch Mist,
dann wird er Journalist.
Doch endlich findet er den Rank,
und bewirbt sich als Kapitalzuhälter bei einer grossen Bank.

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So ist sie nun mal diese, unsere  Welt.
In ihr regiert das Geld.
Die Profitgeier bei den Banken lassen sich nicht unterkriegen.
Nur der liebe Gott und der Beelzebub wissen, wo sie agieren.
Sie haben einen dicken Bauch.
Und stinken nach Zigarrenrauch.
„Je Banker, desto kranker!“
(Zitat: Matthias Mast)

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Kennen Sie den Unterschied zwischen der SVP und einem SMART?
Die Antwort klingt wohl etwas hart.
Doch mache ich keine Witze!
Es gibt den Unterschied: Der SMART hat nämlich zwei Sitze!

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Da brach wohl bei Bern Mobil aus grosse Freude.
Den Tramchauffeuren gelang es, mich viermal in einer Tür einzuklemmen!
Ich reklamierte vergebens, vermisste Reue
und mochte meinen Ärger nicht verklemmen.
Ich habe Müsis (blaue Flecken), als wäre ich überall tätowiert.
Wut kommt auf in mir, ich schäme mich für meinen Körper, in Gedanken.
Stehe ich vor dem Spiegel unrasiert oder rasiert.
Muss ich mich wohl bei Bern-Mobil für die Gratis-Tatus bedanken?

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Ein Schiff geht unter.
Oh! Welch grausame Tat!
Passagiere und der Käpten rasen rauf und runter.
Unsere ehrenwerten Politiker waren nicht gefragt.
Schade! Der Mörgeli wüsste sicher Rat.
So geht er halt wie immer,
in der Arena und im Club unter; er ist kein Winner.

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Schiffe können untergehen,
unser Land bleibt stets bestehen.
Unsere Käpten waren und sind mehrheitlich Frauen.
Wir dürfen ihnen immer und zu allem trauen (?).
Sagt es allen Reedereien:
Weibliche Käpten machen nicht solche Sauereien
oder flüchten in der Not auf Felsen.
Und spielen sich auf als wären sie Helden.
Calmy-Rey ist mir Beweis:
Auf Weiber kann man bauen!
Dass es noch Mannen leugnen, stempelt sie zu einem Naseweis.
Strafen wir sie mit Verachtung, man kann diesen nicht trauen!

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Ein Schwuler, der das hörte, lächelte und meinte:
„Ich kann beweisen, dass manche Hachen
mit Perücke, in Weiberkleidern und mit viel Geschmeide
glückselig und begehrt mit anderen Männern ihre Fasnacht machen.“

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Wenn bei Frauen die Brüste platzen,
sie sich kaum mehr eignen für den vergnüglichen Matratzensport.
Die schrecklichen Implantate möchten die Betroffenen wegkratzen.
Ganz rasch heute und hinfort.
Damit der sexsüchtige Mann
seine Freude an und mit ihnen haben kann.
Silvio Berlusconi lässt grüssen,
denn er möchte alleweil allesamt küssen!

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Es reicht nicht aus, mit einer dunklen Haut zu politisieren,
und dabei ein arrogantes Lächeln aufzusetzen.
Und eigentlich mit dem Stimmbürger Katz und Maus zu spielen.
Vorerst wollte ich geduldig nicht hetzen!
Jedoch, er fälschte Wahlzettel und liess nicht davon ab, sein Schicksal zu beklagen.
Man sollte diesen Helden mit Vornamen Ricardo ungespitzt in den Boden schlagen.
Dieser Bengel ist kein Engel!

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Wer Selbstmord freudlos will begehen,
braucht bloss über einen Fussgängerinnen-Zebrastreifen zu gehen.
Es rast heran in einem schicken Wagen ein wilder Illegaler oder eine böse Häx (Hexe).
Der oder die Überfahrene murmelt nur noch: „Oha läz“ (falsch).

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Rätsel oder?:
„Wie nimmt man ab?“
„Ist das wirklich deine Frage?“
„Ich meine eher: wie nimmt man zu?“
„Meine Antwort: Schade!“

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Oh Egelsee, oh Egelsee, es tut mir in der Seele weh,
wenn ich dich so gefroren seh.
Ich wollte auf dir spazieren gehen und dann im Hüttli schauen,
ob dort liebenswürdige Frauen,
ein kühles Bier mich lassen schnappen
und an einem Würstchen knabbern.
Zuvor musste ich aber der armen Stadt Bern
drei Stützli als Eintrittsgeld berappen.
Das tat ich nicht gern.

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Tut das weh?
Ueli Maurer, Verteidigungsminister
und Bundesrat von Christoph Blochers Ungnaden.
Eine Flugere für mehr als drei Milliarden zu kaufen, beschliesst er.
Verschrotten kann er sie, jammern Experten. Es wäre kein Schaden.
Der Gripen bringt Ueli Maurer bestenfalls eine Grippe, ojeh!
Das tut weh!

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Ein potenter Tenniscrack hat oft eine laute Stimme.
Daher brüllen die Mannen wie brünstige Böcke.
Was haben die Frauen im Sinne?
Sie tragen zwar meistens Röcke.
Doch kreischen sie, als wären sie in den letzten Wehen
und gebärten in Kürze mindestens Zwillinge.
Bin ich mit meiner Beurteilung daneben?
Ich brauche nicht weiter hierüber zu dichten.
Mirka wird es schon richten.

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Xamax, Sion, Servette, vielleicht noch mehr
sind Fussballklubs mit gewaltigen Illusionen.
Ein Tschutter-Verantwortlicher sieht die Lage sorgenschwer:
Man kämpft um Millionen!
Die Tschutter grännen, sie haben bald kein Gehalt.
Constantin und andere Spender
verzichten, zu überweisen weitere Gelder.
Wenn die Fifa nicht wär!
Wär alles nicht so schwer!

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Hört nicht auf andere: Beitritt zur EU sei keines Schweizers Pflicht,
Geld mit Geld verdienen, den Franken stärken, seid darauf erpicht!
Wer uns Vorschriften machen will, uns drängt im Steuerstreit zum Verzicht,
Dem mangelt es an Zuversicht.

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Patienten und die Öffentlichkeit erhielten die Kunde:
Berns Spitäler sind jetzt vernetzt.
Was das heisse, fragen viele in der Runde.
Antwort: Man hat euch allesamt versetzt.
Ihr kommt nicht länger ins Hospital,
sondern in ein Hotel. Ist das nicht genial?
Alles kostet etwas mehr.
Das trifft die Reichen nicht allzu sehr.
Für Minderbemittelte und ihr Portemonnaie ist die Vernetzung eine Qual.

***

Da nimmt ein Gernegross wie Christian Wulff endlich den Hut.
Die „Schwoben“ im Grossen Kanton meinen, das sei jetzt gut.
Me g‘hört vo allne prychte:
Das hett me ändlech chönne richte.
Wir brauchen nur auszurufen, um zu wahren das Gesicht:
Ich weiss, so ist des braven Schweizers Sicht.

***

Da sagt der eine zum anderen: Wie steht es mit dem Güggu?
Was macht dä Jöggu?
Der schreitet durch die Gassen
und sieht denen zu, die sogar an der Fasnacht jassen.
Es freut den Güggu, dass auch er sagen kann:

„Yes we can!“


Güggu, a der Bärner Fasnacht, 23. – 25.02.2012. Alle Verse auf: www.klio.ch -
und hier können Sie die Verse als PDF herunterladen