Thomas C. Guggenheim, Verleger und Autor

Glossen und Essays

Enten - eine Glosse

Enten sind Vögel. Um sich zu reproduzieren, tun sie das, was sich als Tätigkeitswort aus dem Hauptwort Vogel ableitet, eine Betätigung oder Beschäftigung, der auch die Menschen frönen sowie sie geniessen und mit dem gleichen Verb benennen. Das Ergebnis sind bei den Vögeln Eier, die sie ausbrüten, es schlüpfen Kücken, die zu geschlechtsreifen Enten heranwachsen. Damit endet der Kreislauf und beginnt zugleich ein neuer. Enten kommen vor in zusammengesetzten Wörtern, so als Wild- und Hausenten. Zu den erstgenannten gehören Schwimm-enten, Stock-enten, Schnatter- oder Mittel-enten, Krick-enten, Knäk-enten und Löffel-enten. Von den Haus-enten gibt es etwa dreissig Rassen, darunter die Rouen-enten, die Peking-enten, die Khaki-enten, die Campbell-enten. Wir finden Enten aber auch in anderen zusammengesetzten Wörtern, so den Produz-enten, den Konsum-enten, den Stud-enten. Wie sich diese Enten vermehren, ist uns bekannt. Sie vögeln, legen dann zwar keine Eier, sondern die Weiblein tragen ihre Kücken, Babys genannt, im sogenannten Mutterleib aus, gebären sie und ziehen sie auf, bis sie flügge werden, sofern sie es überhaupt so lange bei ihren Eltern aushalten.

Ein Rätsel jedoch ist, wie sich Zeitungs-enten vermehren. Manchmal macht es den Anschein, es geschehe es wie bei den Bakterien und den Viren, nämlich rasend schnell. Trotzdem gibt es jedoch unbekannte Geheimnisse. Kennt jemand an einer Hochschule oder Universität einen Lehrstuhl, wo eine Antwort erhältlich wäre? Oder kann man sich bei einem Enten-Institut erkundigen? Um Antwort wird dringend gebeten.

18.11.2001
Thomas C. Guggenheim