Thomas C. Guggenheim, Verleger und Autor

Glossen und Essays

Die Wette

Essay von Thomas C. Guggenheim

Spaniens Uhren ticken anders als diejenigen in den Ländern östlich der Pyrenäen. Rückwärts gar scheinen manchmal die Uhren auf der kleinen Baleareninsel Ibiza zu gehen. Das muss mancher immer wieder erleben, wenn er an die offiziellen Vertreter der Justitia gelangt. Vor allem Ausländer, denen auf seltsame Weise Grundstücke abhanden kommen, die dann wundersam das Land eines bauwilligen Einheimischen ergänzen.

So geschah es auch Roberto, einem Norditaliener, der sich für die alten Tage einen Ruhesitz hoch über dem Meer mit prächtigen Ausblick hinüber zur kleinen Insel „Sa Conillera“ (Kanincheninsel) errichten lassen wollte. Doch hatte er wenig freie Zeit. Als der Rohbau stand, kehrte er nach Italien zu seinen Geschäften zurück. Juan, seinem einheimischen Baumeister beschied er, die Arbeiten für einige Wochen zu unterbrechen. Als er sich ein halbes Jahr später zur erneuten Reise nach Ibiza entschloss, avisierte er Juan per Telefon davon, teilte ihm den Ankunftstermin mit und beauftragte ihn, die notwendigen Vorkehren zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten an die Hand zu nehmen. Der Baumeister schien ihm etwas verlegen zu sein, murmelte jedoch zur Zufriedenheit seines Auftraggebers ergeben ein „Si, señor.“

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Aufstand der Vernachlässigten

eine Essay von Thomas C. Guggenheim

Am Donnerstag, 20. September 1984 hatte ich Gelegenheit, während einer Studienreise der ECE im Gebiet Marne-la-Vallée im Grossraum Paris Überbauungen zu besichtigen. Fünf gigantische Wohnsiedlungen, angehängt an ebenso viele Metrostationen waren entstanden oder im Entstehen begriffen. Anhand einer Video-Schau wurde uns zuerst das Vorgehen erklärt: Einzonung, Bereitstellung der Grundstücke, Projektierung, Ausführung der Bauobjekte; nichts Ungewohntes!

Gezeigt wurde uns u.a. der „Palacio de Abraxas“. Als Architekt zeichnete der Spanier Ricardo Bofill. Es handelte sich, wie ich damals notierte, um ein 18 Stockwerke hohes Monster mit 600 Wohneinheiten. Dann wurden wir zu den „Arenes de Picasso“ geführt. Ein 17 Stockwerke umfassendes Gebäude trug die Handschrift des Architekten Manolo Muñez, einem Schüler von Bofill.

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